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New Nintendo 2DS XL angespielt

Wir haben einen ersten Blick auf das jüngste Mitglied der Nintendo 3DS-Familie geworfen.

  • Text: Sam Bishop & Stefan Briesenick

Ende letzten Monats hat Nintendo kurzerhand ein neues Mitglied der Nintendo 3DS-Familie angekündigt und in der vergangenen Woche konnten wir endlich selbst Hand anlegen und den kleinen Handhelden begrüßen. Der New Nintendo 2DS XL bietet eine leicht aufgerüstete Variante des regulären 2DS-Systems, größere Bildschirme und ein zweifarbiges Design.

Das ist Nintendos neues 2DS XL-Modell in den Farben Weiß & Orange und Schwarz & Blau.

Die beiden Farbvariationen sind Kombinationen aus Schwarz & Blau und Weiß & Orange. Bei der dunkleren Variante haben wir sofort die Fingerabdrücke und Schlieren anderer Tester bemerkt, auf dem weißen Gerät schien das kein allzu großes Problem zu sein, aber natürlich war die Testumgebung auch nicht mit der Nähe eines Spielplatzes vergleichbar. Die Farben sind sehr markant und mit ihrem leicht glitzernden Look dürften sie unserer Meinung nach Kinderherzen schnell von sich überzeugen können. Beide Versionen sind hübsch und machen einiges her, auch weil die Farbkombinationen so gut harmonieren.

Als wir die Konsole aufgehoben haben haben wir sofort bemerkt, wie leicht das Gerät ist - damit könnte man wirklich stundenlang spielen, ohne Ermüdungserscheinungen zu bekommen. Die abgerundeten Kanten an den Seiten sorgen dafür, dass der New 2DS XL im Gegensatz zum alten 3DS-Modell sehr angenehm in der Hand liegt, weil keine Ecke unangenehm hervorsticht. Alle Tasten können bequem erreicht werden und haben eine angenehme Haptik. Der Stylus-Stift befindet sich auf der Unterseite des Geräts, versteckt in einer Nische, damit das klare Design nicht durchbrochen wird. Die Tasten und Knöpfe am Rahmen des New 2DS XL, darunter auch der Power-Schalter und der Regler für die Lautstärke, sind leicht eingelassen worden, um beim Spielen nicht ungewollt an den Fingern hängen zu bleiben. Kopfhöreranschluss und die Slots für die Cartridges oder die MicroSD-Karten sind ebenfalls schlau versteckt.

Eine Sache die vielen Testern aufgefallen ist, war die lose Oberseite Gerätes, in die der obere Bildschirm eingelassen ist. Wenn der New Nintendo 2DS XL aufgeklappt wird und wir ihn fest in der Hand halten, wackelt das obere Teil von ganz allein, auch ohne Einwirkung äußerer Kräfte. Die Halterung, die beide Seiten des 2DS miteinander verbindet, wirkt jedoch sehr robust, weshalb wir uns nicht vorstellen können, dass etwas abbricht oder abreißen könnte. Übrigens ist dieses Schwenken auch im geschlossenen Modus festzustellen, theoretisch ist es also möglich, dass Fremdkörper zwischen die beiden Bildschirme gelangen könnten. Mit einer Schutzhülle sollte das dann aber kein Problem mehr sein.

Die technischen Maße bewegen sich auf Niveau des New 3DS XL.

Die vier Aktionstasten, der Controll-Stick und das Steuerkreuz befinden sich an ihren angestammten Plätzen und bieten für 3DS/2DS-Spieler keinerlei Überraschungen. Doch genau wie der New 3DS bietet der New Nintendo 2DS XL einen zusätzlichen C-Stick für die in manchen Spielen vorhandene Kamera (allerdings gab es auf dem Anspielevent keinen Titel, an dem wir das hätten testen können). Vier Schultertasten sind ebenfalls vorhanden, das ist bei den Neuzugängen der Handheld-Familie ja mittlerweile Standard. Wie auch beim New 3DS XL fühlt es sich ein bisschen eigenartig an, die ZL/ZR-Trigger zu erreichen (das sind die Knöpfe, die am ganz außen am oberen Rand des New 2DS XL liegen), weil das quasi nur mit einen verkrampften Klauengriff möglich ist. Dass diese Tasten notwendig und eine echte Bereicherung für die neuere Handheld-Generation sind, da sind wir uns aber sicher alle einig.

Das erste Spiel, das wir auf der Konsole gesehen haben war Hey! Pikmin, ein Titel der die beiden größeren Bildschirme sehr sinnvoll nutzt. Diagonal gemessen ist das obere Display des New Nintendo 2DS XL 12,5 Zentimeter groß, auf der Unterseite beträgt die Bildschirmdiagonale 10,6 Zentimeter (das sind dieselben Maße, wie beim New 3DS). In Pikmin werden die Level über beide Bildschirme gezogen, unser aktives Sichtfeld ist also sehr hoch und wir sehen immer was gerade über oder unter uns passiert. Die Pikmin werfen wir mittels Berührung auf dem Touchscreen durch die Gegend, um Rätsel zu lösen, Sachen einzusammeln oder Gegner zu bekämpfen.

In all der Hektik ist es uns tatsächlich sogar passiert, dass wir den oberen Bildschirm angetippt haben, weil das Touch-System so immanent für das Erlebnis ist. Auf der anderen Seite fühlt es sich auch ein bisschen merkwürdig an, Dinge vom unteren Bildschirmrand auf den oberen zu befördern, weil es diese physische Streckung des Erlebnisses gibt (die beiden Bildschirme schließen ja nicht tatsächlich aneinander an). Doch genauso wie schon beim 3DS XL ist es ein großer Spaß, die größeren Bildschirme zu erleben, einfach weil sie es leichter machen, Details zu entdecken und am Spielgefühl teilzuhaben.

Ein weiteres Spiel, das wir uns angesehen haben, war Ever Oasis. Für dieses Abenteuer brauchten wir den Stylus gar nicht, denn es nutzt den unteren Bildschirm ausschließlich für Menübildschirme, wie Karten, die Inventarverwaltung und ähnliche Dinge. Die Action geht auf also komplett auf dem oberen Bildschirm ab, wir haben dieses Prinzip bereits in etlichen Spielen gesehen und immer hat es funktioniert. Wenn man sich die Geschichte der 3DS-Familie anschaut, werden solche Projekte auch der Grund dafür sein, wieso der obere Bildschirm überhaupt größer ist, als der untere. Die beiden anderen Titel des Events waren Miitopia, ein seichtes RPG-Erlebnis mit Miis als zentrale Protagonisten (das sehr ähnlich wie Ever Oasis dargestellt wurde) und Dr Kawashima's Devilish Brain Training - was in die gleiche Kerbe schlägt, wie die vielen früheren Titel der Reihe; nur diesmal ein bisschen schwieriger.

Die Konsole soll ein gutes Stück mehr Leistung zur Verfügung haben, als das normale 2DS-Modell, doch die von Nintendo präsentierten Spiele waren keine dedizierten New 2/3DS-Titel, konnten von der größeren Power also keinen Gebrauch machen. Die zusätzliche Rechenkraft wird deshalb nur genutzt, um Apps schneller zu öffnen und stabiler im Menü zu navigieren. Auch der New Nintendo 2DS XL hat einen integrierten NFC-Chipsatz, unterstützt also Amiibo-Figuren. Zudem soll es möglich sein, unsere bereits angefertigten Mii-Charaktere auf den New 2DS XL zu übertragen, falls jemand mit der Idee spielt, seine alten Daten auf das neue Teil zu spielen.

Der New Nintendo 2DS XL bietet eine komfortable Erfahrung, die es leicht macht, über die kleinen Probleme des Handhelden hinwegzusehen (das Wackeln der oberen Klappe und die Erreichbarkeit der äußeren Schultertasten). Es ist eine Konsole, die die Vorzüge der neuen Generation der 3DS-Geräte in sich vereint, ein modernes Spielgefühl ermöglicht und auf einen gewaltigen Spielekatalog, bestehend aus 3DS- und normalen DS-Spielen, zurückgreift. Wer das 3D-Feature des 3DS nicht braucht, erhält mit dem New 2DS XL ab dem 28. Juli das aktuell beste Handheld-Erlebnis auf dem Markt.